18.00
Uhr, Gepatschhaus - Kaunertal. So steht es im Oase-Alpin
Heft unter dem Punkt Anreise/Treffpunkt geschrieben.
Na dann wollen wir mal pünktlich sein.
Es ist 10.45 Uhr, als
ich die ersten Meter auf der A9 Richtung Süden
hinter mich bringe. Mein erstes Etappenziel ist
die Autobahnraststätte Nürnberg-Feucht.
Hier wartet Susanne auf uns. Auch Sie möchte
ihre Kenntnisse in Fels und Eis erweitern. Wer
seine Touren bei der Oase-Alpin bucht, hat die
Möglichkeit andere Teilnehmer wegen einer
Fahrgemeinschaft zu kontaktieren. Kein schlechter
Service, so kann man sich bei den momentanen Benzinpreisen
einiges sparen.
Wie vereinbart, stehen
wir um 12.00 Uhr auf der Raststätte. Auch
Susanne ist schon da, nach einer kurzen Begrüßung
fahren wir auf der A9 Richtung München weiter.
Die ersten Kilometer
vergehen abgelenkt durch eine angeregte Unterhaltung
wie im Flug. Man möchte sich ja kennenlernen.
In München angekommen wissen wir nun alle,
warum jeder den Ausbildungskurs machen möchte.
Es dauert eine weitere knappe halbe Stunde, bis
wir auf der A95 Richtung Garmisch-Partenkirchen
sind und die bayrische Landeshauptstadt hinter
uns gelassen haben.
Von nun an geht alles ganz schnell, kaum aus München
raus, schon sind wir in Garmisch. Von hier aus
zur Grenze nach Österreich sind es nur ein
paar Minuten. Ab hier ist Schluss mit 190 Km/h
auf der Autobahn. Von nun an müssen wir bis
ins Kaunertal auf der Landstraße fahren.
Unser nächstes
Ziel ist die Überquerung des Fernpasses Richtung
Imst. Ah ja, das Kaunertal ist bereits angeschrieben,
was für eine Wohltat - nun kann der Ausdruck
vom Routenplaner im Handschuhfach verschwinden.
Letztendlich kommen
wir um 16.00 Uhr im lang ersehnten Kaunertal an.
Was steht da mitten auf der Straße, ist
das eine Mautstation? Ja, richtig geraten - und
was will die von mir? Was, 19,- Euro für
die Benutzung der Hochalpenstraße - das
ist der Hammer... 19,- Euro um zum Gepatschhaus
zu kommen - Wahnsinn... nur gut, dass wir eine
Fahrgemeinschaft haben, geteiltes Leid ist halbes
Leid. Aber seien wir mal ehrlich, 19,- Euro ist
schon ein wenig happig - oder?
Von nun an wird die
Straße enger. Wir fahren Kehre um Kehre
immer höher - jetzt kann es nicht mehr weit
sein. Hmmm, Fehlanzeige - wo ist hier das Gepatschhaus?
Es sollte doch so um 1900 Meter hoch liegen, schallt
es im Auto. Ich denke schon, sagt Peter mein Begleiter.
Aber wir sind doch bereits auf 2400 Meter, dass
zumindest behauptet unser Höhenmesser. Na
ja, fahren wir halt mal weiter.
Lange Rede kurzer Sinn.
Um 16.45 Uhr stehen wir auf 2750 Meter Höhe,
direkt an der Bergstation Weißseespitze
und haben das Gepatschhaus voll verfehlt. Ich
würde sagen, bei dem Thema Kartenlesen sollten
wir alle drei in der kommenden Woche ganz genau
aufpassen.
Also, auf geht's
- wir fahren Kehre um Kehre wieder nach unten.
Und man glaubt es kaum, um 17.30 Uhr haben wir
es dann auch gefunden - unser Gepatschhaus. Hier
also werden wir die kommende Woche verbringen.
Na dann lassen wir uns mal überraschen was
da kommt.
|