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Frankreich
- Italien - Schweiz 2004 Tour du Mont Blanc |
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| Les Houches
Seilbahn Bergst. Bellevue zur Auberge le Truc
- Gehzeit ca. 4 Std. |
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Endlich,
da ist er, der 15.08.2004 so lange habe
ich wieder einmal auf diesen Tag gewartet.
Und ob sich dieses gelohnt hat, werdet ihr
gleich erfahren. Es ist 12.00 Uhr, alle
11 anderen Teilnehmer und ich stehen gespannt
zur Tour du Mont Blanc an der Seilbahn in
Les Houches bereit. Unser Bergführer
Richard von der Oase Alpin Schule aus Oberstdorf
ist auch schon da. Bevor es los geht, erzählt
er uns noch ein paar Worte zur bevorstehenden
Tour, die Rucksäcke hat er bereits
mit seinen Blick gescannt. Aha... du sag
mal, bekomme ich zu hören, wieviel
wiegt denn der? Meine kurze Antwort: 12
Kg inkl. 2 Kg Fotoausrüstung... Richard:
Naja, du bist noch jung, Du schaffst das
schon... Puhhh, geschafft - ich darf alles
mitnehmen.
Nachdem wir uns alle kurz beschnuppert haben,
fahren wir mit der Seilbahn hinauf zur Bergstation
Bellevue. Oben angekommen werden die Teleskopstöcke
ausgefahren - und los gehts. Was für
eine Aussicht bei strahlendem Sonnenschein.
Wir laufen über herrliche Wiesen, links
von uns befindet sich das mächtige
Mont Blanc Massiv. Die Gletscher sind gewaltig,
solche Dimensionen kenne ich von Südtirol
her nicht.
Nach einer guten Stunde kommen wir zu einer
Hängebrücke über einen reisenden
Gletscherbach. Hier sollte wirklich immer
nur einer nach dem anderen die Brücke
überqueren. Das Ding schaukelt sich
sonst auf. Beim Überschreiten der Brücke
kommen schon fast nepalesische Gefühle
auf. Nach ca. 1,5 Std. Gehzeit machen wir
erst einmal Pause. Richard zeigt uns zwei
Hütten, die einem bei einer Mont Blanc
Besteigung ganz hilfreich sein können.
Es ist schon unglaublich in welcher Höhe
diese liegen.
So, weiter gehts. Wir laufen nun hoch zum
Col de Tricot, unser erster Pass dieser
Tour. Oben angekommen können wir den
gesamten Weg des heutigen Tages überblicken,
auch unser Tagesziel ist am Horizont schon
zu sehen. Vor uns im Tal, 400 HM tiefer
liegt die Refuge de Miage, wo wir nach unserem
Abstieg noch einmal gemütlich Pause
machen.
Dort angekommen wird am frischen Brunnen
erst einmal der Durst gestillt, sich ein
Kännchen Kaffee gegönnt und das
ganze mit einem guten Stück Kuchen
abgerundet. Das hat richtig gut getan. Nach
einer guten Stunde greifen wir dann das
letzte Stückchen Weg an. Wir laufen
gemütlich im angenehmen Schatten hinauf
zum Tagesziel. Nach knapp einer halben Stunde
Aufstieg liegt dieses dann auch schon vor
uns.
So stelle ich mir eine Wandertour vor. Unsere
Hütte die Auberge le Truc liegt in
der warmen Abendsonne, der Ausblick ist
spitze. Die Chefin des Hauses hat uns bereits
erwartet, wir bekommen gleich unser Lager
und die Waschgelegenheiten gezeigt. Da kann
man nichts sagen, alles ist sehr sauber
und gepflegt.
Nach dem guten Abendessen (4 Gänge:
Kartoffelsuppe, Omlett mit Nudeln, Käse
mit Weisbrot und Pudding) bin ich wirklich
satt. Am Abend genieße ich den ruhigen
Sonnenuntergang und schreibe mein Tourenbuch
auf einer kleinen Bank vor der Hütte.
Ich lasse den Tag noch einmal in Gedanken
revue passieren. Doch, es hat sich gelohnt
- alleine schon dieser erste Tag war die
Reise wert. Es ist 22.00 Uhr die letzten
Stirnlampen funkeln im dunklen der Nacht,
ich liege bereits in meinem Schlafsack.
Knipps, nun ist auch die letzte aus... Gute
Nacht Tag 1
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| Von der Auberge
le Truc zur Chalet de la Balme - Gehzeit ca.
6 Std. |
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| 6.00 Uhr, da raschelt
doch was? Es ist Peter vom World Pictures
extreme Team - er schiebt sich gerade neben
mir aus seinem neuen und selbst entwickelten
Tourenschlafsack. Weiter hinten im Raum höre
ich bereits den nächsten Reisverschluss
zischen. Nun hält es auch mich nicht
mehr. Ich schaue in Richtung Türe. Was
sehe ich denn da? Es ist ein sonniger Morgen.
Wir frühstücken um 7.00 Uhr, es
gibt Weisbrot mit Butter und Marmelade, dazu
Kaffee, Tee oder heiße Milch. Zwischen
7.30 Uhr und 8.00 Uhr ist das Rucksackpacken
angesagt. Die Techniken sind unterschiedlich,
der eine stopft einfach alles rein, der andere
sortiert alles ganz genau und findet hinterher
trotzdem nichts mehr. Aber keine Angst, am
Ende der Tour weiss man ganz sicher wo sich
was befindet.
8.00 Uhr alle stehen pünktlich zur
neuen Tagestour bereit. Wir gehen ein gutes
Stück bergab, der Weg ist angenehm
breit und führt durch dicht bewachsenen
Wald. Wir kommen nach einer Stunde Gehzeit
an einer Wegkreuzung vorbei. Die Rucksäcke
bleiben hier, erzählt uns Richard.
Nach 5 Min. Aufstieg stehen wir vor einem
kleinen See. Wir machen eine kurze Pause
(es kann auch gebadet werden). Zurück
bei unseren Rucksäcken machen wir uns
nach einem kühlen Schluck aus der Flasche
wieder auf den Weg.
Wir laufen einen Pfad mit traumhafter Aussicht
in Richtung Refuge de Tré la Teté.
Um Punkt 12.00 Uhr kommen wir genau richtig
zum Stärken auf der Hütte an.
Da fast alle von uns ein Omlett bestellt
haben, ist der Küchenchef auf die Idee
gekommen einfach für alle ein Rießenomlett
in der Pfanne zu prutzeln. Mhhh... es sieht
lecker aus, allerdings versucht Petrus uns
die Freude an dem Omlett zu vermießen.
Erste dunkle Wolken ziehen über die
Hütte hinweg - was machen wir, es wird
rege hin und her überlegt. Regensachen
rauß oder eher nicht, das ist die
Frage.
Wir entschließen uns mit Regenkleidung
los zu gehen. Nur Richard hat noch nichts
an, wie sich nach ein paar Metern Abstieg
herrausstellte, hatte die Erfahrung eines
Bergführers recht. Die Sonne ist wieder
da. Der Weg nach unten ins Tal ist steinig
und lang. Nass ist er sicherlich nicht sehr
angenehm und ungefährlich zu gehen,
also sind wir froh, das es nicht mehr regnet.
Im Tal angekommen müssen wir noch
einen breiten Weg zu unserer Hütte
La Balme ablaufen. Doch genau hier nimmt
die nasse Tragödie ihren Lauf... eine
gute halbe Std. vor der Hütte erwischt
uns der Regen eiskalt. Jetzt aber schnell,
Regenjacke raus, Rucksack wasserdicht verpacken
und weiter.
Heiliges Blech, hätte der Regen nicht
noch ein paar Minuten warten können.
Nass an unserer Unterkunft angekommen wird
erst einmal das Schlaflager betrachtet.
Doch, schön - alles da was man braucht,
ausser Häcken zum Aufhängen. Der
Wahnsinn, auf keiner der Hütten findet
man in den Zimmern mal ein oder zwei Häcken
um seine nassen Sachen aufzuhängen.
Bei meiner nächsten Tour habe ich einen
Hammer und ein paar Nägel dabei. Aus
Holz sind sie fast alle :-)
Bis zum Abendessen hat es dann jeder gemerkt,
die Kleidung wird bis Morgen nicht mehr
trocken. Egal, wir sehen Morgen weiter.
Jetzt, lassen wir uns erst einmal das gute
Essen schmecken und ein Gläschen Wein
munden. Um 22.00 Uhr ist dann Zapfenstreich.
Gute Nacht Tag 2
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| Von der Chalet
de la Balme zur Chalet les Mottets - Gehzeit
ca. 7 Std. |
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Pünktlich
wie jeden Tag ist für uns um 6.00 Uhr
die Nachtruhe beendet. Das kann jetzt nicht
sein, die ganze Nacht war es ruhig, und
kaum hat man die Augen offen, fängt
es an zu gewittern. Das Unwetter kommt näher
und wie soll es anders sein, es fängt
an zu regnen. So haben wir uns den noch
jungen Tag nicht vorgestellt. Aber noch
sind wir guter Dinge, bis 8.00 Uhr sind
es ja noch zwei Std. und in dieser Zeit
kann sich noch viel ändern.
7.00 Uhr
wir sitzen gemütlich bei Weissbrot
und Marmelade in der guten Stube der Hütte.
Was machen wir? Das Wetter wird einfach
nicht besser, es regnet in strömen.
Nach einer halben Std. Diskussion ist es
dann soweit, wie nicht anders möglich,
beschließen wir um 8.00 Uhr bei strömenden
Regen los zu gehen.
Die Rucksäcke inkl. Träger sind
wasserdicht verpackt, wir sind auf dem Weg
zum Col des Fours (2.665 m), dem höchsten
Punkt dieser Woche. Doch bis wir dort oben
sind, ist es um uns und unserer Kleidung
geschehen. Nass, alles nass... aussen durch
den Regen und innen durch das Schwitzen
beim Aufstieg. Während des gesamten
Aufstieges sehe ich nur das Dach meiner
Regenjacke, die Schuhe meines Vordermannes
und das Wasser, das den Weg herunter läuft.
Es pfeift uns ein kalter Wind ins Gesicht,
sieht man nach oben - drückt einen
der Wind die kalte Luft durch den Kragen
unter die Jacke. Kurz vor dem Pass suchen
wir Zuflucht in einer Hütte. Dort angekommen,
fängt gleich jeder an sich aus- und
umzuziehen. Die nasse Kleidung wird in der
Hütte zum Trocknen verteilt. Keine
Chance, bis wir nach ca. einer Std. Pause
und einer Suppe zum Aufwärmen wieder
aufbrechen ist alles noch nass und eiskalt.
Erst versuche ich meine nasse Kleidung wieder
anzuziehen, ich merke aber schnell, wenn
ich mit dieser weiter laufe bin ich am nächsten
Tag krank. Eigentlich wollte ich nicht schon
am dritten Tag meine Ersatzkleidung anziehen,
aber es geht einfach im Moment nicht anders.
Wir müssen
weiter, keiner traut sich so richtig vor
die Hütte. Es ist aussen arsch kalt,
ein Wind geht, der einen fast weg bläst
und ausgerechnet wir müssen da jetzt
durch. Nach ein paar Metern Aufstieg zum
Pass bin ich heil froh trockene Kleidung
zu tragen, denn es hat aufgehört zu
Regnen, nur der kalte Wind ist uns treu
geblieben.
Oben am
Col des Fours angekommen sehen wir uns erst
einmal den herrlichen Nebel an. Ich traue
meine Augen nicht, da ist doch was blaues
am Himmel. Wie kleine Kinder freuen wir
uns über ein kleines Stück wolkenlosen
Himmel. Wir steigen bei immer schöner
werdenden Wetter in Richtung Chalet les
Mottes ab. An einem kleinen Bach machen
wir eine Std. Pause um unsere Kleidung zu
trocknen. Welch ein Wunder, die Sonne ist
da und alles wird trocken.
Um ca. 15.30
Uhr haben wir unser Tagesziel erreicht.
Der Schlafsack wird auf die Matratze gerollt,
kurz geduscht und schon sitzen wir gemütlich
bei Kaffee, Bier oder Tee gemütlich
in der Hütte und warten bei netter
Unterhaltung auf den kommenden Abend.
Um 19.00
Uhr gibts Essen, es gibt zum Einstieg eine
kräftige Gemüsesuppe, dann einen
guten Tomatensalat, anschließend Gulaschsuppe
mit Reis und Nudeln, dann Käse mit
Brot und zum Schluss einen Pudding. Das
ganze wird mit einheimischer Musik von der
Wirtin auf dem Akkordeon untermalt. Was
will man mehr?
Meine Uhr
zeigt mir 22.00 Uhr an, auf gehts in den
Schlafsack, Man meint das dies kein Problem
ist, aber bei stockfinsterer Nacht ohne
Licht, finde ich einfach den Eingang zur
Schlafhütte nicht. Nach langem suchen
dort angekommen, stellt sich mir das nächste
Problem, wie komme ich zu meiner Matratze?
Ahhh, mein Gebet wurde erhöhrt es kommt
jemand mit einer Stirnlampe vorbei, ich
nütze diesen Lichtblick und schon bin
ich im Bett. Im übrigen, es regnet
und gewittert wieder. Der Wind ist so stark,
man könnte meinen das Dach hebt jeden
Moment ab und der Regen trommelt so laut
auf das Dach, das dieses selbst das Schnarchen
einiger Personen übertönt. Gute
Nacht Tag 3
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| Von der Chalet
les Mottets zur Refugio Elena - Gehzeit ca.
8 Std. |
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Guten Morgen
Tag 4! Wie jeden Tag sind wir nach dem Frühstück
um 8.00 Uhr wieder unterwegs. Das Wetter
ist nicht genau auszumachen, auf der einen
Seite blauer Himmel auf der anderen ist
es bewölkt. Aber das macht uns gar
nichts aus, wir sind schon froh, dass es
nicht regnet. Immer die Aiguille des Glaciers
im Blickfeld steigen wir den gesamten Morgen
in weiten Kehren bergauf. Je höher
wir kommen, umso dichter wird der Nebel
um uns.
Nach einem
langen Anstieg stehen wir nun am Col de
la Seigne (2.516 m), von hier aus soll man
die schönste Aussicht auf den Mont
Blanc haben. Ich für meinen Teil bin
schon froh, dass ich den Mann vor mir noch
erkenne. Wir sind eingehüllt in dichtem
Nebel! Für mich als Fotograf ist das
der Genickbruch schlecht hin, auf der gesamten
Tour wusste ich, wenn ich ohne Fotos nach
Hause komme, kann ich keinen vernünftigen
Bericht erstellen. Also musste ich auf biegen
und brechen fotografieren. Aus diesem Grund
war ich die meiste Zeit damit beschäftigt
meinen Foto ein- und auszupacken. Rucksack
runter... Rucksack rauf... Wer weiss, was
eine Digitale Spiegelreflex kostet, versteht
die Angst um meine Kamera, wenn diese einmal
nass ist, dann war es das mit knipsi knipsi...
Da wir also
am Pass nichts sehen konnten, gingen wir
nach einer Müsli-Pause weiter. Inzwischen
befanden wir uns auf italienischen Boden.
Irgendwie kommt es mir auf dieser Tour vor,
als ob der Sonnenschein proportional zum
Abstieg steht. Je weiter wir nach unten
kommen, umso schöner wird das Wetter.
Nach einer Std. kommen wir an der Rif. Elisabetta
vorbei, hier machen wir unsere wohl verdiente
Mittagspause. Man bekommt hier das, was
das Herz begehrt, von einem Stück Kuchen
mit Kaffee bis hin zum Baguette mit Bier.
Wir lassen es uns bei Sonnenschein und Gletscherluft
auf der Terasse richtig gut gehen.
Die Zeit vergeht während der Pausen
wie im Fluge. Auf gehts, den Weg den wir
weiter bergab gehen, hatten wir schon während
der gesamten Mittagspause vor Augen. Nach
einer knappen halben Stunde Gehzeit kommen
wir auf eine Straße. Diese laufen
wir noch ca. 45 Min. bergab bis zu einer
Bushaltestelle. Es könnte nicht besser
laufen, wir und der Bus treffen zeitgleich
ein. Rein in die Mühle und ab gehts
über Courmayeur nach Arnuva. Die Fahrt
zieht sich über ca. 2 Std. hin. Auch
in Courmayeur hat das Umsteigen super geklappt.
In Arnuva
angekommen, läuft jeder die ersten
Meter, wie wenn wir eine 50 jährige
Zeitreise hinter uns gebracht haben. Doch
nach 5 Min. sind die Gelenke wieder geschmiert
und wir laufen top fit wie jeden Tag unserem
Tagesziel entgegen.
Wir haben
sie erreicht, die Refugio Elena (2.062 m)
liegt uns zu Füssen. Ahhh, was sehen
meine Augen, hier sieht es ja aus wie im
Hotel. Ehrlich gesagt, diese Hütte
muss man schon mal extra loben, die Zimmer,
das Bad, der Service, das Abendessen und
die Sauberkeit ist mit keiner der anderen
Hütten zu vergleichen. Ein großes
Lob von meiner Seite!
Wie sollte
es in Italien anders sein, wir bekommen
zum Abendessen leckere Spaghetti mit viel
drum herum. Nach einem plauschigen Abend
mit einem Gläschen Wein gehen wir um
ca. 22.00 Uhr in den Schlafsack. Ein schöner
Tag neigt sich dem Ende. Ich denke an die
Fotos die ich am Col de la Seigne hätte
machen können. Tief eingeschlafen träume
ich von einer Oase Gruppe die zwei Wochen
später die TMB läuft und eine
Woche lang Sonnenschein genießt. Der
Traum schüttelt mich hin und her...
zifix, waren wir nicht brav???
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| Von der Refugio
Elena zur Relais d'Arpette - Gehzeit ca. 7
Std. |
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Am
Abend zuvor war das Wetter nicht sehr gut,
also hab ich mir gesagt, fotografiere doch
die Hütte morgen, gleich nach dem aufstehen.
Gesagt, getan! Wie glepant gehe ich zielstrebig
noch vor dem Frühstück in Richtung
Ausgang. Ich öffne die Türe und
muss feststellen, dass keine Landschaft mehr
da ist. Wo sind die Berge? Die Erklärung
ist recht einfach, ein dichter Nebel versperrt
mir jegliche Sicht, es ist nicht einmal möglich
die Hütte zu fotografieren.
Als wir um 8.00 Uhr unterwegs waren, hatte
sich das Wetter kein wenig verändert.
Nach einigen Metern Höhe, blicke ich
noch einmal zurück zur Hütte, mache
ein Nebelfoto in der Hoffnung am PC noch einiges
verbessern zu können. Der Aufstieg ist
angenehm, Richard geht ein schönes Tempo.
Er läuft sehr konstant, somit kommt man
auch nicht ausser Puste.
Wir steigen
Kurve um Kurve bergauf zum Grand Col Ferret
(2.537 m). Dort angekommen, genießen
wir die herrliche Nebelaussicht. Es ist nichts
zu sehen, aber so kann es einem ergehen, der
Mont Everest oder der K2 wurden auch nicht
beim ersten Mal bezwungen. Da muss man eben
wieder kommen... und ich komme wieder - diese
Fotos lasse ich mir nicht entgehen!
Wir steigen
nach dem Pass auf Schweizer Boden wieder ab,
rechts neben uns liegen einige Schafe zusammengekauert
auf einer Wiese. Nach einer Weile am Berg,
ein Stück weiter unten geschieht es dann,
wie von uns allen erwartet wird auch an diesem
Tag das Wetter wieder besser. Eine herrliche
Aussicht begleitet uns bis zur ersten Hütte
am Wegesrand. Wir legen eine Müsli Pause
ein.
Frisch gestärkt
geht es immer weiter bergab in Richtung Ferret.
Der Weg ist traumhaft, wir genießen
die Strecke begleitet von einer spitzen Aussicht.
Die scharf wirkenden Zacken des Mont Blanc
Massives zwischen den Ausläufern der
Gletscher wirken fast schon bedrohlich.
Vorbei an kleinen Schweizer Häusern in
einer malerischen Landschaft bringen wir die
letzten Meter zur Bushaltestelle in Ferret
hinter uns.
Wir warten
keine halbe Stunde und schon sind wir bequem
mit dem Bus in Richtung Champex unterwegs.
Nach einer guten Stunde Fahrzeit durch die
Schweiz haben wir dann auch unsere letzte
Busfahrt hinter uns gebracht.
Beim Aussteigen
haben unsere hungrigen Augen die Terasse des
Restaurants neben der Bushaltestelle entdeckt.
Richard, hier müssen wir eine Pause einlegen.
Schon fast im Chor kommt diese Aussage. Auch
die Sonne ist der Meinung, dass wir uns auf
der Terasse niederlassen können. Das
ist Urlaub pur, ich hab mir gleich mal eine
Portion Spaghetti inkl. einer kühlen
Cola bestellt - ach tut das gut!
Wir runden
nach dieser Pause den Tag noch mit einem kleinen
Anstieg in Richtung Relais d`Arpette unserer
Unterkunft ab. Die letzten Meter gehen wir
durch einen Märchenwald, begleitet von
einem kleinen Gebirgsbach. TRAUMHAFT! Nach
einer guten halben Stunde Gehzeit sind wir
dann auch am Ziel diese Tages.
Die Zimmer
sind gut, die Duschen sehr gut, und das Essen
vorzüglich. Man kann in der Relais d`Arpette
zwischen zwei Menüs wählen. Es gibt
Spaghetti mit allem drum herum oder Fondue.
Ich habe mich für das Zweite entschieden
und war auch nach dem Essen mit meiner Wahl
mehr als zufrieden. Es hat wirklich super
geschmeckt. Auch die Spaghetti-Esser schwärmten
uns von Ihrer Portion vor.
Wie an jeden
Abend sitzen wir auch an diesem zusammen und
philosophieren über das Wetter, den letzten
Tag oder über Touren die der ein oder
andere schon erlebt hat. Unterstützt
werden wir dabei wie üblich von einem
guten Gläschen Wein. Gute Nacht Tag 5 |
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| Von der Fenêtre
d'Arpette zum Hotel Col de la Forclaz - Gehzeit
ca. 8 Std. |
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Wir sind
auf dem Weg nach oben, heute müssen
wir über den Pass Fenêtre d`Arpette
(2.665 m). Wie an jedem Tag haben wir alle
zusammen gut gefrühstückt und
sind seit 8.00 Uhr auf den Beinen. Es ist
bewölkt, das Gelände kommt einen
schon fast mystisch vor. Ein schöner
Wanderweg führt uns endlos nach oben.
Die Gruppe löst sich auf, wer schneller
gehen möchte kann schon einmal voraus
gehen.
Je weiter wir dem Pass entgegen kommen,
umso dichter wird der Nebel um uns. Ein
Blick in die Ferne ist kaum noch möglich.
Doch hören können wir weit. Da
war was, alle bleiben wie angewurzelt stehen.
Nichts, wir gehen weiter... es hörte
sich an wie..., da ist es wieder... wie
steif gefrohren stehen wir da und können
nur zuhören, wie auf der anderen Seite
des Berges, nicht weit von uns ein mächtiger
Steinschlag ins Tal poldert. Wahnsinn das
hört überhaupt nicht auf - hoffentlich
war da niemand in der Nähe.
Wir sind nun schon seit zwei Std. unterwegs,
das Gelände wird immer blockiger. Jetzt
muss man bei fast jedem Schritt sein ganzes
Gewicht inkl. Rucksack über größere
Steine nach oben drücken. Das kostet
auf Dauer ganz schön Kraft. Nach einem
letzten steilen Stück haben wir es
dann nach 2 Std. und 15 Min geschafft. Der
Aufstieg ist nicht ganz ohne!
Oben angekommen,
wird erst einmal ein Schluck erfrischendes
Nass aus der Flasche genommen, ein Müsli-Riegel
verdrückt und sich ein paar Minuten
zurück gelegt. Bis die letzten oben
ankommen, vergehen gute 45 Min.
In dieser
Zeit genießen wir die langsam zu uns
stoßende Sonne. Wo steigen wir denn
jetzt eigentlich ab? Ein paar Meter weiter
um die Ecke bietet sich mir ein Blick, welcher
die Anstrengung des Anstieges schnell vergessen
lässt. Das ist das schöne an einem
Fernwanderweg, man geht keinen Weg zweimal.
Vor mir liegt das Abstiegstal, überdeckt
vom blauen Himmel und eingerahmt von einem
Gipfelmeer, dazwischen liegt der mächtige
Trient- Gletscher. Klasse, der erste Pass
dieser Tour mit Aussicht.
Alle sind
da, also kann es weiter gehen. Wir steigen
das erste Stück genau so wieder ab,
wie wir es zuvor aufgestiegen sind. Es ist
blockiges Gelände, Vorsicht ist geboten.
Man muss wirklich aufpassen, wo man den
nächsten Fuss hinsetzt.
Im Tal kommt eine Hütte zum Vorschein
und wir haben es uns verdient, eine Pause
ist angesagt. Bei Bier, Wein, Snickers,
Sandwich usw. lassen wir uns an einem gemütlichen
Platz an der Hütte nieder. Ach, wie
schön sind diese Pausen, ohne die würde
das Wandern nur halb so schön sein
:-)
Die letzte
Stunde des Tages gehen wir einen gemütlichen
Weg in Richtung Hotel Col de la Forclaz.
Der Weg ist breit, man kann nebeneinander
laufen und dabei eine nette Unterhaltung
pflegen. Schöner Weg! Am Hotel angekommen,
sitzen wir alle zusammen auf der sonnigen
Terasse. Ach, das tut gut - der Tag war
anstrengend, aber vielleicht der schönste
der ganzen Tour.
Auch dieser
Tag neigt sich mit den gewöhnlichen
Ritualen dem Ende entgegen. Rucksack auspacken,
Schlafsack ausrollen, zu Abend Essen noch
einwenig unterhalten und ehe man sich versieht,
liegt man müde in seinem Schlafsack.
Gute Nacht Tag 6
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| Vom Hotel
Col de la Forclaz zurück nach Chamonix
- Gehzeit ca. 6 Std. |
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Es
hat die ganze Nacht gestürmt, geregnet
und gewittert. Gleich nach dem Aufstehen gehe
ich nach unten um die Nase aus der Tür
zu stecken. Ich habe es mir fast gedacht,
es stürmt, ist kalt und regnet. Wie ausgemacht,
wird um 7.00 Uhr gefrühstückt und
um 8.00 Uhr ist Treffpunkt zur letzten Etappe.
Zusammengekauert stehen wir vor dem Hotel
und warten auf das Startsignal von Richard.
Also, packen wir's - es regnet kaum noch.
Wir gehen ein gutes Stück bergab, einige
male kreuzen wir die Passstraße bis
wir in einer Talsole angekommen sind. Noch
ein aller letztes Mal sehen wir nach links
zum Pass Fenetre d´ Arpette. Es hat
heute Nacht nicht nur geregnet, weiter oben
ist Schnee gefallen. Dort wo wir gestern über
den Pass sind, liegt bereits heute Schnee.
Wir hatten Glück, denn der Schnee kann
auch Eis sein und mit Eis und Schnee auf den
Steinen ist der Fenetre d´ Arpette mit
Vorsicht zu genießen.
Wir gehen die ersten Höhenmeter Richtung
Col de Balme durch einen dichten Wald, der
uns erst einmal den größten Teil
des Regens abhält. An der Baumgrenze
machen wir eine kurze Rast. Es ist Zeit sich
umzuziehen. Der Rucksack wird verpackt, die
Regenjacke angelegt.
Es geht ein kühler kräftiger Wind,
man merkt das wir fast oben sind. Der Wind
wird immer stärker. Meine Fingerspitzen
spüre ich kaum noch, ich bin total durchnässt.
Kurz vor dem Pass liegt eine kleine Hütte
- nichts wie rein. Der Rucksack wird in die
Ecke gestellt, ich hole mir meine letzten
trockenen Kleidungsstücke heraus, ziehe
sie mir über und ab gehts in die gute
Stube.
Die Hütte ist zwar nicht beheizt und
kalt, aber das ist uns egal. Denn für
uns ist jetzt Weihnachten, es gibt Glühwein,
heisse Schokolade und eine warme Suppe - es
fehlt nur noch der Baum und die Geschenke.
Nach der Pause geht es weiter. Ich mache den
ersten Schritt nach draussen, es ist so kalt,
das ich nach 5 Min. meine Fingerspitzen nicht
mehr spüre, der Wind bläst einen
fast weg. Jetzt nichts wie runter von diesem
Pass. Was ich natürlich wieder einmal
nicht gesehen habe, wie sollte es auch anders
sein, ist der Mont Blanc.
Und auch an diesem Tag wird das Wetter besser,
je weiter wir uns dem Tal nähern. Das
letzte Stück durch die Ortschaften um
Chamonix fahren wir mit dem Bus.
In Chamonix angekommen, fahren wir gleich
nach Les Houches weiter um unser Auto wieder
nach Chamonix zu holen. Mit dem Auto am Hotel
haben wir wenigstens die Möglichkeit
gleich am Sonntag nach dem Frühstück
nach Hause zufahren.
Einen gemütlichen Abschiedsabend verbringen
wir alle zusammen ein letztes Mal im Hotel
El Paso. Am Tisch wird sich bei köstlichem
Mexikanischen Essen über alles mögliche
unterhalten. Was machst Du im nächsten
Jahr - wie, dort warst du schon - höre
ich von jeder Seite. Natürlich muss man
nach einer abgeschlossenen Tour etwas neues
planen. Es sind nicht die Erinnerungen die
uns am Leben halten, nur die Pläne der
Zukunft treiben uns weiter.
Auch wenn ich noch so oft über das schlechte
Wetter geschrieben habe, bin ich jetzt fest
davon überzeugt, dass genau dieses den
Flair unserer abenteuerlichen Tour ausgemacht
hat.
Wir sehen uns in den Bergen, bis dahin - Berg
heil! |
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